SICHTBARKEIT · 5 MIN. LESEZEIT · YANNICK PIPERIS, GRÜNDER REVOTA
Google-Unternehmensprofil richtig ausfüllen: die Schritt-für-Schritt-Anleitung für lokale Betriebe
Für viele Betriebe ist das Profil bei Google der erste Eindruck, noch vor der eigenen Website. Diese Anleitung geht Feld für Feld durch: was hineingehört, was besser nicht und woran die meisten Profile scheitern.
Warum das Profil oft vor der Website kommt
Wer einen Betrieb in der Nähe sucht, sieht zuerst einen Kasten mit Name, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Route und Bewertungen. Der Link zur Website steht mit darin, wird aber häufig erst danach angeklickt. Ein Teil der Entscheidung fällt also, bevor Ihre Seite überhaupt geladen ist.
Die gute Nachricht: Das Profil zu pflegen kostet einen Nachmittag, keine Agentur und kein Budget. Es ersetzt allerdings keine Website. Das Profil ist der Schaufensterzettel, die Website ist der Laden.
Der Name, genau so wie am Laden
Tragen Sie den Namen ein, der an Ihrer Tür steht. Nicht mehr. Der häufigste Fehler sind angehängte Suchbegriffe, also etwa „Bäckerei Muster Brot Kuchen Frühstück“. Das wirkt nicht nur unseriös, es verstößt auch gegen die Richtlinien von Google und kann im schlimmsten Fall das ganze Profil kosten.
Ihre Leistungen und Ihren Ort tragen Sie an anderer Stelle ein, dafür gibt es eigene Felder. Der Name ist ein Name, kein Werbetext.
Die Kategorie, so genau wie möglich
Die Hauptkategorie ist das wichtigste Feld im ganzen Profil, denn sie entscheidet mit, bei welchen Suchen Sie überhaupt auftauchen. Wählen Sie deshalb die Kategorie, die Ihr Kerngeschäft am genauesten beschreibt, nicht die breiteste. Ein Betrieb, der überwiegend Fenster einbaut, ist eben kein allgemeiner Handwerksbetrieb.
Zusatzkategorien ergänzen Sie für alles, was Sie ebenfalls anbieten. Eine einfache Regel hilft beim Aussortieren: Jede Kategorie sollte etwas sein, das ein Kunde heute bei Ihnen buchen könnte. Wenn nicht, lassen Sie sie weg.
Adresse oder Einzugsgebiet
Hier trennen sich zwei Arten von Betrieben, und die Verwechslung sorgt für die meisten Probleme.
Kunden kommen zu Ihnen (Laden, Praxis, Salon, Café): Tragen Sie die Adresse ein, genau so, wie sie auf Ihrer Post steht. Prüfen Sie danach die gesetzte Markierung auf der Karte, gerade in Gewerbegebieten und Hinterhöfen sitzt sie gern ein Haus daneben.
Sie fahren zu den Kunden (Handwerk, Pflege, mobile Dienstleistung): Blenden Sie die Adresse aus und geben Sie stattdessen ein Einzugsgebiet an. Nennen Sie die Orte, in die Sie wirklich fahren. Wer das Gebiet künstlich aufbläht, bekommt Anfragen, für die sich die Anfahrt nicht lohnt, und muss sie absagen.
Die Beschreibung: erst die Sache, dann die Geschichte
Die Beschreibung ist kein Ort für die Firmenhistorie. Schreiben Sie zuerst, was Sie anbieten, für wen und wo. Danach kommt, was Sie von anderen im Ort unterscheidet.
Drei Fragen, an denen Sie Ihren Text prüfen können:
- Steht in den ersten zwei Sätzen, was Sie machen?
- Steht dort, in welchem Ort oder in welchem Gebiet?
- Weiß ein Fremder danach, warum er bei Ihnen anrufen soll?
Verzichten Sie auf aneinandergereihte Suchbegriffe. Sie lesen sich schlecht und überzeugen niemanden, der wirklich einen Handwerker sucht.
Fotos, die Ihren Betrieb zeigen
Fotos sind meist das Erste, was angeschaut wird. Nehmen Sie eigene Aufnahmen statt gekaufter Stockbilder: die Fassade bei Tageslicht, damit man Sie beim Vorbeifahren wiedererkennt, den Innenraum, Ihre Arbeit, Ihr Team.
Ein Handyfoto bei gutem Licht ist besser als ein perfektes Bild, das mit Ihrem Laden nichts zu tun hat. Ergänzen Sie ab und zu neue Aufnahmen. Ein Profil, in dem sich seit Jahren nichts bewegt, wirkt schnell so, als hätte der Betrieb zugemacht.
Öffnungszeiten, auch die besonderen
Falsche Öffnungszeiten sind der kürzeste Weg zu einer schlechten Bewertung. Wer vor verschlossener Tür steht, schreibt das auf. Pflegen Sie deshalb nicht nur die regulären Zeiten, sondern tragen Sie Feiertage, Betriebsferien und Sonderzeiten vorher ein, solange Sie noch daran denken.
Arbeiten Sie nur nach Vereinbarung, sagen Sie das im Profil deutlich. Klarheit ist wichtiger als eine lückenlose Liste.
Bewertungen: nur echte, dafür aktiv
Bitten Sie zufriedene Kunden um eine Bewertung, am besten direkt nach der Leistung, wenn die Freude noch frisch ist. Ein Satz reicht: „Wenn Sie zufrieden waren, würden Sie uns kurz bei Google bewerten?“
Was Sie niemals tun sollten: Bewertungen kaufen oder Bekannte schreiben lassen, die nie bei Ihnen waren. Das verstößt gegen die Richtlinien und fällt auf, denn Kunden lesen genau. Erfundenes Lob klingt anders als echtes.
Antworten Sie auf Bewertungen. Auf gute kurz und persönlich, auf kritische sachlich und ohne Rechtfertigung. Eine ruhige, konkrete Antwort überzeugt Mitlesende oft mehr als die Kritik selbst.
✓ Merksatz
Ein Google-Profil gewinnt nicht durch Tricks, sondern durch Genauigkeit: richtiger Name, passende Kategorie, gepflegte Zeiten, eigene Fotos, echte Bewertungen. Nichts davon kostet Geld, alles davon kostet Zeit.
Was das Profil nicht kann
Das Profil bringt Menschen bis vor Ihr Schaufenster. Was danach passiert, entscheidet Ihre Website: ob jemand versteht, was Sie anbieten, ob Vertrauen entsteht und ob der Weg zur Anfrage kurz genug ist. Beides gehört zusammen. Erst das Profil sauber machen, dann die Seite, die daran anschließt.
Beispiel aus unserem Studio: Der Weg vom Profil zur Seite endet idealerweise bei einer klaren nächsten Handlung.
03 ÜBER DEN AUTOR
Yannick Piperis, Gründer revota
Baut in Pulheim bei Köln Websites für lokale Betriebe: handgemacht, mobil zuerst und immer vom Weg zur Anfrage her gedacht. Ein Ansprechpartner, Festpreis, 30 Tage Support nach dem Livegang.
04 DER NÄCHSTE SCHRITT
Profil gepflegt. Und die Seite dahinter?
15 Minuten am Telefon, kostenlos und unverbindlich. Wir schauen uns gemeinsam an, wo Besucher bei Ihnen abspringen: zum Festpreis, fertig in 2 bis 4 Wochen.
Kein Verkaufsgespräch, kein Druck. 0 Euro Anzahlung, bezahlt wird erst, wenn Sie zufrieden sind.