11. August 2026 · 6 Min. Lesezeit · Ratgeber
Woran Sie erkennen, dass Ihre Website Anfragen verliert
Wenn eine Website Anfragen liegen lässt, sagt Ihnen das niemand. Sieben Prüfpunkte, die Sie mit dem eigenen Handy in zehn Minuten selbst durchgehen können, ohne Technikwissen und ohne Werkzeuge.
Der Verlust ist unsichtbar, die Ursachen sind es nicht
Ein Besucher, der Ihre Seite öffnet und nach ein paar Sekunden wieder schließt, hinterlässt keine Nachricht und keine Beschwerde. Er ruft einfach beim nächsten Betrieb an. Genau deshalb merkt man so schwer, dass eine Website nicht mitarbeitet: Es passiert nichts Auffälliges, es passiert nur weniger, als möglich wäre.
Die gute Nachricht: Die Ursachen sind fast immer sichtbar, sobald man weiß, wonach man schaut. Nehmen Sie sich zehn Minuten und Ihr eigenes Handy. Nicht den Rechner im Büro, sondern das Gerät, auf dem Ihre Kunden Sie tatsächlich suchen. Gehen Sie die folgenden Punkte der Reihe nach durch und notieren Sie jeden, bei dem Sie zögern.
Prüfpunkt 01Zählen Sie die Tipper bis zum Anruf
Öffnen Sie Ihre Startseite auf dem Handy und zählen Sie mit, wie viele Berührungen Sie brauchen, bis das Telefon wählt. Einer ist gut, zwei sind in Ordnung. Ab drei wird es eng, und wenn Sie erst ein Menü aufklappen, eine Kontaktseite laden und dann eine Nummer markieren und kopieren müssen, ist der Punkt verloren.
Prüfen Sie dabei auch, ob die Nummer wirklich klickbar ist. Eine Telefonnummer, die nur als Text dasteht oder Teil eines Bildes ist, sieht am großen Bildschirm völlig richtig aus und ist am Handy trotzdem nutzlos.

Prüfpunkt 02Findet ein Fremder Ihre Öffnungszeiten in fünf Sekunden?
Öffnungszeiten und Adresse sind für einen lokalen Betrieb die meistgesuchte Information überhaupt, oft noch vor Leistungen und Preisen. Trotzdem stehen sie häufig klein im Fuß der Seite, in einem PDF oder gar nicht.
Machen Sie den Test mit jemandem, der Ihre Seite nicht kennt, gern jemand aus der Familie: Wie lange braucht diese Person, um Öffnungszeiten, Adresse und Anfahrt zu finden? Wenn dabei gescrollt, gesucht und geraten wird, gehört diese Information weiter nach oben. Denken Sie dabei auch an Feiertage und Betriebsferien. Ein Hinweis, der noch von einer Sonderöffnung im letzten Winter erzählt, kostet mehr Vertrauen, als er je gebracht hat.
Prüfpunkt 03Das Ladegefühl zählt, nicht der Messwert
Sie brauchen kein Prüfwerkzeug, um zu merken, dass eine Seite zäh ist. Schalten Sie am Handy das WLAN aus, gehen Sie vor die Tür und öffnen Sie Ihre Seite über das Mobilfunknetz. So kommen Ihre Kunden an: unterwegs, mit halber Aufmerksamkeit, oft im Auto oder auf dem Weg zu Ihnen.
Achten Sie darauf, was in den ersten Sekunden passiert. Bleibt der Bildschirm weiß? Springt der Text nach unten, sobald die Bilder nachladen? Legt sich zuerst ein Einwilligungsfenster über den halben Bildschirm? Jede dieser Hürden kostet Besucher, und zwar besonders die eiligen, die eigentlich sofort anrufen wollten.
Prüfpunkt 04Suchen Sie gezielt nach Angaben, die nicht mehr stimmen
Gehen Sie Ihre Seite einmal mit einem einzigen Auftrag durch: Was steht hier, das heute nicht mehr wahr ist? Eine Leistung, die Sie längst nicht mehr anbieten. Ein Mitarbeiter, der gegangen ist. Eine Preisliste von vorletztem Jahr. Ein Hinweis auf eine Aktion, die vorbei ist.
Für Sie sind das Kleinigkeiten, die man mal machen müsste. Für einen Besucher, der Sie noch nicht kennt, ist es das einzige verfügbare Signal, wie sorgfältig Sie arbeiten. Wer nicht einschätzen kann, ob eine Information aktuell ist, ruft im Zweifel woanders an.
Prüfpunkt 05Der Link zu Ihrem Google-Profil fehlt
Viele Betriebe pflegen ein Unternehmensprofil bei Google mit Fotos, Bewertungen und Route und verlinken es auf der eigenen Website nirgends. Das ist schade, denn genau dort steht das, was Fremde überzeugt: die Erfahrungen anderer Kunden.
Prüfen Sie die Verbindung in beide Richtungen. Führt Ihre Website zum Profil, und führt das Profil zurück zur Website? Und stehen an beiden Orten dieselbe Adresse, dieselbe Nummer, dieselben Zeiten? Widersprüche zwischen diesen beiden Stellen sind ein häufiger und völlig vermeidbarer Grund, warum Kunden am Ende doch nicht vorbeikommen.
Prüfpunkt 06Lesen Sie den ersten Bildschirm laut vor
Halten Sie das Handy so, wie die Seite beim Öffnen erscheint, und lesen Sie laut vor, was zu sehen ist, ohne zu scrollen. Beantwortet dieser Ausschnitt drei Fragen: Was bieten Sie an, für wen, und wo sind Sie?
Wenn dort ein Willkommensgruß, ein großes Stimmungsfoto und der Name des Betriebs stehen, aber kein Wort über Leistung und Ort, dann muss der Besucher raten. Die meisten raten nicht, sie gehen zurück in die Trefferliste. Ein einziger klarer Satz an dieser Stelle ist oft die wirksamste Änderung, die eine Seite bekommen kann.
Prüfpunkt 07Füllen Sie Ihr eigenes Formular aus
Schicken Sie sich selbst eine Anfrage über Ihr Kontaktformular, ganz normal, vom Handy aus. Achten Sie darauf, wie viele Felder Pflicht sind, ob sich unterwegs bequem tippen lässt und ob nach dem Absenden überhaupt etwas passiert.
Kommt eine sichtbare Bestätigung? Kommt die Nachricht an, oder landet sie im Spam-Ordner eines Postfachs, in das Sie selten schauen? Ein Formular, das still ins Leere sendet, ist schlimmer als gar keines, denn der Kunde glaubt, er habe angefragt, und wartet auf eine Antwort, die nie kommt.
✓ Merksatz
Prüfen Sie Ihre Website nie am großen Bildschirm im Büro, sondern am Handy, draußen, im Mobilfunknetz und mit den Augen von jemandem, der Sie noch nicht kennt. Dort entscheidet sich, ob aus einem Besucher eine Anfrage wird.
Was Sie jetzt mit Ihrer Liste machen
Wahrscheinlich stehen jetzt zwei bis vier Punkte auf Ihrem Zettel. Sortieren Sie sie nach Aufwand. Aktuelle Öffnungszeiten, eine klickbare Telefonnummer und ein Link zum Google-Profil sind oft an einem Nachmittag erledigt und wirken sofort.
Ein zäher Seitenaufbau, ein unklarer erster Bildschirm oder ein Formular, das niemand ausfüllen mag, sind dagegen Struktur-Themen. Die löst man nicht mit einem neuen Foto, sondern indem man die Seite einmal vom Weg zur Anfrage her neu denkt: erst der kürzeste Weg zum Kontakt, dann alles andere.
Und wenn Sie unsicher sind, welcher Ihrer Punkte tatsächlich Aufträge kostet: Genau das schauen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an, kostenlos und ohne dass Sie danach etwas beauftragen müssen.
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Yannick Piperis, Gründer revota
Baut in Pulheim bei Köln Websites für lokale Betriebe: handgemacht, mobil zuerst und immer vom Weg zur Anfrage her gedacht. Ein Ansprechpartner, Festpreis, 30 Tage Support nach dem Livegang.
04 DER NÄCHSTE SCHRITT
Wir gehen die Punkte gemeinsam durch.
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