11. August 2026 · 7 Min. Lesezeit · Entscheidungshilfe

Baukasten oder Webdesigner: was wirklich zählt

Das ist keine Glaubensfrage. Es ist eine Rechnung mit drei Posten: Ihre Zeit, Ihr Anspruch und Ihr Budget. Hier stellen wir sie ehrlich auf, samt der Fälle, in denen ein Baukasten die vernünftigere Wahl ist.

Warum die Frage selten fair gestellt wird

Wer Baukästen anbietet, sagt: in einer Stunde online. Wer Websites baut, sagt: Vorlagen sehen alle gleich aus. Beides stimmt ein Stück weit, und beides hilft Ihnen bei der Entscheidung nicht weiter, weil beide Seiten über ihr eigenes Angebot reden und nicht über Ihren Betrieb.

Nützlicher ist eine andere Frage: Was soll die Website für Sie tun, und was können Sie dafür einsetzen? Wenn die Seite vor allem belegen soll, dass es Sie gibt, ist das eine andere Aufgabe, als wenn sie regelmäßig Anfragen bringen soll. Für die erste Aufgabe reicht oft weniger, als Ihnen verkauft wird. Für die zweite reicht selten, was ein Werkzeug allein leisten kann.

Der Posten, der nicht auf der Rechnung steht

Der Preis eines Baukastens steht im Angebot. Der zweite Preis nicht: Ihre Zeit. Eine Vorlage auszusuchen dauert eine Stunde. Sie mit den eigenen Inhalten so zu füllen, dass sie überzeugt, dauert erheblich länger, und der anstrengende Teil ist dabei nicht die Technik.

Der anstrengende Teil sind die Entscheidungen. Welche Leistung kommt zuerst? Was gehört auf die Startseite und was ausdrücklich nicht? Wie beschreiben Sie in einem Satz, was Sie von den anderen im Ort unterscheidet? Welches Foto zeigt Ihre Arbeit und welches ist nur nett anzusehen? Diese Fragen stellt Ihnen kein Werkzeug, und sie entscheiden darüber, ob jemand anruft.

Rechnen Sie deshalb ehrlich. Drei Wochenenden mit je vier Stunden sind zwölf Stunden Ihrer Zeit, und die haben Sie in einem laufenden Betrieb selten übrig. Manche machen es trotzdem gern, weil sie Freude daran haben und die Seite dann wirklich ihre eigene ist. Das ist ein völlig legitimer Grund. Man sollte es nur vorher wissen.

revota.de/arbeiten/steinfade
Startseite unserer Konzept-Demo für den Barbershop Steinfade
Konzept-Projekt Steinfade aus unserem Studio. Aufbau, Reihenfolge und Bildsprache sind für diesen einen Betrieb entschieden worden, nicht aus einer Vorlage übernommen.

Drei Fragen, die die Entscheidung tragen

Zeit

Haben Sie in den nächsten Wochen zusammenhängend zehn bis zwanzig ungestörte Stunden übrig? Wenn nein, wird aus einem günstigen Baukasten-Projekt kein günstiges Projekt, sondern ein unfertiges, das monatelang halb online steht.

Anspruch

Soll die Seite Anfragen bringen oder Ihre Existenz belegen? Muss sie zu einem Laden passen, der sich bewusst von anderen unterscheidet, oder darf sie aussehen wie viele andere? Je weiter Sie sich vom Standard entfernen wollen, desto schneller stoßen Vorlagen an ihre Grenze, und zwar nicht bei den Farben, sondern beim Aufbau.

Budget

Was ist Ihnen ein zusätzlicher Auftrag wert? Nehmen Sie Ihren eigenen durchschnittlichen Auftragswert und überlegen Sie, wie viele zusätzliche Anfragen im Jahr eine Seite bringen müsste, damit sie sich trägt. Diese Rechnung sieht bei einem Dachdecker völlig anders aus als bei einem Café, und nur Sie können sie aufstellen.

Merksatz

Ein Baukasten spart Geld und kostet Zeit. Ein Webdesigner kostet Geld und spart Zeit. Die Frage ist nicht, was besser ist, sondern welche der beiden Währungen Sie in Ihrem Betrieb gerade übrig haben.

Designer lohnt sich, wenn

Die Seite arbeiten soll

  • Sie wollen mehr Anfragen, Termine oder Reservierungen
  • Ihr Betrieb hebt sich ab und die Seite soll das zeigen
  • Sie haben keine Zeit für Technik und Textarbeit
  • Sie wollen einen Ansprechpartner statt eines Hilfe-Bereichs

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04 DER NÄCHSTE SCHRITT

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