Online-Terminbuchung für Friseure: So klappt der Start

Du stehst mit Farbe an den Händen am Stuhl, und das Telefon klingelt. Schon wieder. Entweder du gehst ran und lässt deine Kundin warten. Oder du lässt es klingeln und verpasst vielleicht einen Termin. Genau hier hilft die Online-Terminbuchung für Friseure: Deine Kunden suchen sich selbst einen freien Termin aus, wann es ihnen passt. Du arbeitest in Ruhe weiter.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Wege es gibt, was sie kosten und worauf du achten solltest. Egal ob Salon, Barbershop oder Kosmetikstudio.
Was bringt Online-Terminbuchung für Friseure?
Der größte Vorteil ist schnell erklärt: weniger Telefon während der Arbeit. Jede Buchung, die online reinkommt, ist ein Anruf weniger. Das merkst du vor allem, wenn du allein im Laden stehst oder dein Team voll ausgelastet ist.
Der zweite Vorteil: Deine Kunden buchen dann, wenn sie Zeit haben. Und das ist oft, wenn dein Laden längst zu hat. Laut BranchenPuls, der Branchenstatistik des Salon-Softwareanbieters studiolution, finden normalerweise rund 40 Prozent der Online-Buchungen außerhalb der Öffnungszeiten statt (BranchenPuls). Ohne Online-Buchung müssten diese Leute am nächsten Tag anrufen. Und bis dahin ist der Termin vielleicht schon wieder vergessen.
Dazu kommen ein paar kleinere Pluspunkte:
- Kunden tragen Name und Telefonnummer selbst ein. Du musst nichts abtippen.
- Kunden sehen freie Lücken im Kalender und können sie direkt buchen.
- Du entscheidest, was online buchbar ist. Aufwendige Farbtermine sprichst du weiter persönlich ab.
Welche Möglichkeiten gibt es?
Grob gibt es drei Wege, die du auch kombinieren kannst.
Buchungsplattformen mit Marktplatz
Plattformen wie Treatwell oder Fresha sind Kalender und Marktplatz in einem. Kunden finden dich dort auch, wenn sie dich noch nicht kennen. Dafür zahlst du.
Bei Treatwell kostet der Starter-Tarif 39 € im Monat bei monatlicher Zahlung, mit Jahresvertrag 399 € im Jahr. Für die erste Buchung von Neukunden, die über den Marktplatz kommen, fällt eine Provision an. In den FAQ nennt Treatwell 35 Prozent, in der Preisübersicht heißt es „je nach Standort unterschiedlich“. Buchungen über den Button auf deiner eigenen Webseite oder in Social Media sind provisionsfrei. Alle Beträge verstehen sich zzgl. MwSt. (Treatwell, Stand: September 2026).
Fresha arbeitet mit einem Abo: 12,95 € im Monat für Selbstständige, im Team 8,95 € pro buchbarem Teammitglied, jeweils zzgl. MwSt. Buchungen über deine eigenen Links, Instagram und Facebook kosten laut Preisseite nichts extra (Fresha, Stand: September 2026).
Lies bei jeder Plattform genau nach, wann Gebühren fällig werden und wer als Neukunde zählt.
Eigenständige Tools mit Gratis-Stufe
Du brauchst keinen Marktplatz, sondern willst nur deine eigenen Kunden online buchen lassen? Dann reicht oft ein eigenständiges Buchungstool. Einige haben eine kostenlose Stufe (Stand: September 2026):
- Setmore: Im Gratis-Tarif bis zu 4 Nutzer und unbegrenzt viele Termine, dazu eine E-Mail-Erinnerung pro Termin. SMS-Erinnerungen gibt es erst im kostenpflichtigen Pro-Tarif (Setmore).
- SimplyBook.me: Der Gratis-Plan umfasst 50 Buchungen im Monat für eine Person, dazu Buchungsseite, Widget für deine Webseite und E-Mail-Erinnerungen. Laut FAQ musst du ihn jeden Monat verlängern (SimplyBook.me).
Für einen kleinen Salon kann das reichen. Wächst du über die Grenzen hinaus, wird es kostenpflichtig.
Eingebunden in die eigene Webseite
Tools wie Setmore oder SimplyBook.me liefern einen Buchen-Button oder ein Widget für deine Webseite. Der Kunde sieht deine Bilder und Preise und kommt mit einem Klick zur Buchung. Wir binden zum Beispiel bei unserer Website mit Unterseiten für 749 € ein kostenloses Buchungstool ohne Monatsgebühr ein.
| Weg | Kosten (Stand: September 2026) | Passt, wenn du ... |
|---|---|---|
| Plattform mit Marktplatz | Abo, teils plus Provision für Neukunden | über die Plattform neue Kunden gewinnen willst |
| Tool mit Gratis-Stufe | 0 € bis zur Grenze der Gratis-Stufe | vor allem Stammkunden online buchen lässt |
| Einbindung in die Webseite | je nach Tool, dazu einmalig der Einbau | willst, dass Kunden direkt auf deiner Seite buchen |
Worauf solltest du achten?
Helfen Erinnerungen gegen No-Shows?
Ein leerer Stuhl kostet Geld. Automatische Erinnerungen können dagegen helfen. Eine Auswertung von 29 Studien fand im Schnitt rund ein Drittel weniger verpasste Termine durch Erinnerungen per Telefon oder SMS (Hasvold und Wootton). Eine Metaanalyse von 2026 zu Klinikterminen kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass Erinnerungen die Anwesenheit verbessern, vor allem per SMS und Anruf (Al-Turbag u. a.). Beides stammt aus dem Gesundheitsbereich. Eins zu eins übertragen lässt sich das nicht, es zeigt aber die Richtung.
Achte darauf, welche Erinnerungen im Preis drin sind. E-Mail-Erinnerungen sind bei Treatwell, Setmore und SimplyBook.me schon dabei. Bei Fresha sind automatische E-Mail-Benachrichtigungen laut Preisseite kostenlos. SMS gibt es dagegen meist nur gegen Aufpreis, in einem höheren Tarif oder mit kleinem Freikontingent. Bei Fresha sind zum Beispiel 20 SMS- oder WhatsApp-Nachrichten im Monat inklusive, im Team pro Teammitglied. Danach kostet jede SMS 0,14 € zzgl. MwSt. (Stand: September 2026).
Wo liegen die Daten deiner Kunden?
Das Buchungstool speichert Namen, Telefonnummern und Termine deiner Kunden. Laut IHK Stuttgart ist mit einem Cloud-Anbieter deshalb ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung zu schließen, kurz AVV. Außerdem hält die IHK es grundsätzlich für sinnvoll, personenbezogene Daten auf Servern in der EU zu speichern (IHK Stuttgart).
Die Anbieter lösen das unterschiedlich. cituro verarbeitet Daten laut eigener Angabe in deutschen Rechenzentren, hat aber keinen Gratis-Tarif. Los geht es bei 17 € im Monat zzgl. MwSt. bei jährlicher Zahlung, monatlich zahlst du 19 € (cituro, Stand: September 2026). Setmore hat seinen Sitz in den USA und bietet Kunden aus der EU einen AVV zum Unterschreiben an (Setmore). Frag vor dem Start nach Serverstandort und AVV. Das hier ist keine Rechtsberatung. Bei Fragen hilft dir deine Kammer oder ein Datenschutzberater weiter.
Was kostet es wirklich?
Die Monatsgebühr ist nur ein Teil. Rechne auch mit:
- Kosten pro Mitarbeiter oder Kalender, je nach Anbieter
- SMS über das Inklusivkontingent hinaus
- Gebühren für Online-Zahlungen, bei Treatwell zum Beispiel 2 Prozent zzgl. MwSt. auf Vorauszahlungen
- Provision für Neukunden über Marktplätze
Ein Rechenbeispiel: 39 € im Monat sind im Jahr 468 € zzgl. MwSt., noch ohne Provision. Das kann sich lohnen, wenn die Plattform dir regelmäßig neue Kunden bringt. Willst du nur deinen Stammkunden das Buchen erleichtern, ist ein Gratis-Tool oft die günstigere Wahl.
Kommen ältere Kunden damit klar?
Die allermeisten kennen das Internet. Laut Statistischem Bundesamt hatten 2025 nur rund 10 Prozent der 65- bis 74-Jährigen das Internet noch nie genutzt (Destatis). Online sein heißt aber nicht, dass jeder gern online bucht. Deshalb gilt: Je einfacher, desto besser.
- Buchung als Gast, ohne Pflicht-Registrierung
- Wenige Klicks bis zum Termin
- Große Schrift und klare Buttons auf dem Handy
- Das Telefon bleibt. Online-Buchung ergänzt es, sie ersetzt es nicht.
Wie kommt der Buchen-Button zu Google?
Wer dich bei Google oder Google Maps findet, soll am besten gleich buchen können. Im Google-Unternehmensprofil kannst du den Link zu deiner Buchungsseite als Buchungslink hinterlegen (Google). Einen Schritt weiter geht „Mit Google reservieren“. Dann buchen Kunden direkt über die Google Suche oder Maps. Das gibt es laut Google nur in bestimmten Ländern und nur zusammen mit einem unterstützten Anbieter von Planungssoftware (Google). Setmore führt die Funktion auch im Gratis-Tarif auf. Ob sie für deinen Standort verfügbar ist, klärst du am besten direkt mit dem Anbieter.
Wie startest du mit der Online-Terminbuchung?
- Leistungen festlegen. Schreib auf, was online buchbar sein soll, wie lange es dauert und was es kostet. Plan Puffer ein, zum Beispiel für Einwirkzeiten.
- Tool auswählen. Starte mit einer Gratis-Stufe oder einer Testphase. Buch selbst ein paar Probetermine vom Handy aus.
- Datenschutz klären. AVV abschließen, Serverstandort prüfen, Datenschutzerklärung anpassen.
- Erinnerungen einrichten. Mindestens eine E-Mail vor dem Termin. SMS, wenn es dein Budget hergibt.
- Link überall platzieren. Auf deiner Webseite, im Google-Unternehmensprofil, in der Instagram-Bio und in der Ansage auf dem Anrufbeantworter.
- Kunden Bescheid sagen. Ein Aufsteller an der Kasse oder ein kurzer Satz beim Bezahlen reicht oft schon.
- Nach vier Wochen prüfen. Wie viele Termine kamen online? Gab es Ausfälle? Dann nachjustieren.
Ob in Pulheim, im übrigen Rhein-Erft-Kreis oder in Köln: Wenn deine Kunden mit ein paar Klicks am Handy einen Termin bekommen, müssen sie nicht bis zum nächsten Morgen warten, um dich anzurufen. Und du musst seltener mit Farbe an den Händen ans Telefon.

